Spielgruppe Märlihus
Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen:
Wurzeln und Flügel.
Johann Wolfgang Goethe
Die Erfahrung, die ein Kind in den ersten Lebensjahren macht, sind prägend. Die Spielgruppenleiterin ist für viele Kinder die erste feste Bezugsperson ausserhalb der Familie. Deshalb ist das Begleiten der Kinder eine wichtige, verantwortungsvolle Aufgabe, die hohe Anforderungen an die Leiterin stellt. Das Wichtigste in der Spielgruppe ist die Beziehung zu den Kindern und den Eltern und nicht das Vermitteln von Stoff. Die Spielgruppenleiterin muss die Fähigkeit haben auf die Bedürfnisse der Kinder flexibel zu reagieren. Die Arbeit erfordert viel Geduld, Toleranz und Einfühlungsvermögen. Durch intensives Beobachten nimmt sie die Bedürfnisse der Kinder und Eltern wahr.
Die meisten Kinder können den ersten Spielgruppentag kaum erwarten. Trotzdem fällt es gar nicht so leicht, Mama oder Papa ziehen zu lassen, wenn es dann ernst gilt. Nicht nur für das Kind ist der Spielgruppenstart ein grosser Schritt, der viel Mut erfordert. Auch die Eltern haben oft Mühe damit, ihr Kind in der Obhut der Spielgruppenleiterin zu lassen – erst recht, wenn es beim Abschied Tränen gibt.
Bei der Ablösung ist das Vertrauen von der Seite der Eltern sehr wichtig:
Vertrauen sie der Spielgruppenleiterin, dass sie das Beste für ihr Kind tut.
Vertrauen sie ihrem Kind, dass es diese Situation meistern wird.
Die Kinder haben Zeit sich von Mutter/Vater zu lösen. Sie dürfen das in der Spielgruppe lernen und müssen es nicht bereits können. Vergleichen sie ihr Kind nicht mit anderen Kindern. Akzeptieren sie es so wie es ist.
Jedes Kind ist einzigartig!
Bevor die Spielgruppe beginnt:
Sprechen Sie mit ihrem Kind über die Spielgruppe. Nicht schon Wochen im Voraus ein paar Tage vor dem Start reicht völlig aus. Erzählen sie ihm, wohin es geht und dass es immer wieder abgeholt wird. Sagen sie ihrem Kind von Anfang an, dass die Spielgruppenzeit ohne Eltern stattfinden wird.
Beim Spielgruppenstart:
Am ersten Spielgruppentag Starten wir alle gemeinsam. Nach den Infos für die Eltern dürfen sie sich von ihrem Kind verabschieden, falls es dies zulässt.
An den weiteren Tagen begleiten sie ihr Kind bis zur Spielgruppe und verabschieden sich da von ihm. Falls das noch nicht ganz funktioniert, machen sie klare Abmachungen mit ihrem Kind. Zum Beispiel ich bleibe, bis du die Finken angezogen hast, oder bis das Begrüssungslied gesungen wurde… Wir helfen dem Kind in der Garderobe bei Umziehen.
Informieren sie die Spielgruppenleiterin, was sie mit ihrem Kind abgemacht haben und wann sie gehen werden. Seien sie innerlich von ihrer Abmachung überzeugt. Sie verabschieden sich, die Spielgruppenleiterin wird sich liebevoll um ihr Kind kümmern. Die Spielgruppenleiterin wird mit ihnen Kontakt aufnehmen (spätestens nach 30 Minuten) wenn der Trennungsschmerz zu gross ist und sich das Kind nicht beruhigen lässt.
Ihr Kind darf beim Abschied weinen oder traurig sein, das bedeutet nicht, dass es ihm in der Spielgruppe nicht gefällt. Es verleiht seinem Trennungsschmerz Ausdruck – ein Schmerz, der meistens schnell wieder vergessen ist. Erwachsenen fällt es oft schwer, das Weinen zuzulassen, aber für das Kind kann es sehr wichtig sein, sich auszuweinen. Nehmen Sie seine Gefühle ernst, machen Sie Ihm aber auch Mut, dass es diese Traurigkeit überwinden kann. Haben sie kein schlechtes Gewissen. Kinder gewöhnen sich schneller an die neue Situation, wenn auch die Eltern positiv zu der Spielgruppe eingestellt sind. Sollte Ihr Kind sein Gleichgewicht nicht wiederfinden oder wir das Gefühl haben, es gehe ihm nicht gut, melden wir uns bei Ihnen.
Fragen sie ihr Kind nie, ob sie jetzt gehen können es wird immer nein sagen. Je länger sie bleiben, umso weniger hat die Spielgruppenleiterin die Möglichkeit Kontakt zu ihrem Kind aufzunehmen.
Gehen Sie wirklich ... Wenn Ihr Kind spürt, dass Sie zögern, fühlt es sich erst recht verunsichert. Kündigen Sie an, dass Sie gehen werden und gehen Sie dann auch wirklich. Kommen Sie nicht zurück in den Raum, wenn das Kind zu weinen beginnt. Es kann die Erfahrung nicht machen, dass es seinen Trennungsschmerz überwinden kann, wenn Sie sogleich wieder da sind, um es aus der unangenehmen Situation zu retten. ... aber bleiben Sie erreichbar.
Ein Abschiedsritual kann Sicherheit geben (z.B. am Fenster winken, Nuschi, Lieblingsspielzeug, ein Foto von sich usw.).
Wichtig ist es, dass sie sich von ihrem Kind verabschieden und sagen, dass sie wiederkommen (nicht wegschleichen!).
Falls sie doch länger in der Spielgruppe bleiben müssen, halten Sie sich dabei im Hintergrund. Beobachten Sie das Geschehen, ohne einzugreifen und verweisen Sie Ihr Kind an die Spielgruppenleiterin, wenn es Hilfe braucht.
Nach der Spielgruppe:
Reden sie mit ihrem Kind über das Erlebte. Nehmen sie die Leistung ihres Kindes, sich von der Mutter/vom Vater zu trennen nicht als selbstverständlich hin. Loben sie ihr Kind. Sagen sie ihm wie stolz sie sind, dass es allein mit anderen Kindern einen tollen Spielgruppentag erlebt hat.
Noch ein Tipp zum Schluss:
Hinterfragen Sie Ihr eigenes Verhalten:
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Wie weit habe ich selbst Mühe mich abzulösen.
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Bin ich überzeugt von der Spielgruppe, die mein Kind besucht?
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Wenn nicht, woran liegt das?
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Habe ich Schuldgefühle, wenn ich mein Kind in der Spielgruppe betreuen lasse?
Wir wünschen uns allen eine erlebnisreiche und beziehungsstarke Zeit in der Spielgruppe.
Das Leiterinnenteam